> Was ist Zen-Shiatsu?

Im 20 Jhd. waren Tokujiro Namikoshi und Shizuto Masunaga zwei einflußreiche Shiatsu-Lehrer. Namikoshi (1905-2000) trug zur staatlichen Anerkennung des Shiatsu in Japan bei. Die von ihm geprägte Ausrichtung des Shiatsu wird heute hauptsächlich in Japan praktiziert.

Shizuto Masunaga (1925-1981), der als Sohn von Shiatsu-Praktikern in Kyoto Psychologie und am Japan Shiatsu College Shiatsu studierte, begründete das Zen-Shiatsu, dem die Zen Philosophie zugrunde liegt. Anfang der 1970er Jahre brachte er seine Version der energetischen Körperarbeit zunächst in die USA. Von dort aus gelang sein Konzept nach Europa und wird hier in dieser Form hauptsächlich praktiziert.

Shizuto Masunaga in einer Shiatsu Behandlung.

Aufbauend aus das System Namikoshis erweiterte Masunaga die Idee, Druck auf bestimmte Körperstellen auszuüben, um weitere Techniken aus der physikalischen Therapie, wie Dehnungen und Gelenkmobilisationen.

Kern des Zen-Shiatsu ist die Arbeit mit Kyo und Jitsu. Es sind Begriffe aus der Traditionellen Japanischen Medizin. Sie stehen für energetische Fülle und Leere und werden mit vier ostasiatischen diagnostischen Methoden ermittelt, die ebenfalls der TJM, speziell der Kampo-Medizin entstammen: Betrachten, Hören, Befragen und Berühren.

  • Mon-Shin, das Gespräch mit den Klient*innen
  • Bo-Shin, die Klient*innen beobachten
  • Bun-Shin, auf bestimmte Gerüche achten
  • Setsu-Shin, Berühren, um energetische Ungleichgewicht zu erkennen.

Das Shiatsu Masunagas setzt mit Setsu-Shin für die traditionelle japanische Medizin typische Hara-Diagnose (Bauch-Diagnose) ein. Die Befundung im Shiatsu ist gleichzeitig Behandlung.

Im weiteren Verlauf werden dann anstatt einzelner Tsubos (Behandlungspunkte auf dem Körper) entsprechend der Harabefundung ganze Meridian-Verläufe behandelt. Masunaga erweiterte im Zen-Shiatsu ebenfalls die in der Traditionellen Chinesischen Medizin bekannten Meridiane in Längen und Verläufe.

Meridianverläufe nach Masunaga: Die gepunktete Linie zeigt die Lage und den Verlauf des Lungen-Lungenmeridians, die durchgezogene Linie zeigt die Lage und den Verlauf des Dickdarm-Meridians. Beide Meridiane werden der Wandlungsphase Metall zugeordnet.

Neben diesem speziellen Konzept, in dem Masunaga auch Erkenntnisse der westlichen Psychologie mit jenen der Traditionellen Japanischen Medizin und der Traditionellen Chinesischen Medizin verband, besteht die gleiche Haltung wie in der traditionellen Form des Shiatsu: Respektvolle Berührungen, gleichmäßig fliessender Finger-, Handballen- oder Daumendruck, der durch „anlehnen“, das bedeutet durch Körperverlagerung der Gebenden erzeugt wird. Typisch aber für das Zen-Shiatsu ist die Arbeit mit beiden Händen, einer ruhenden Hand (Mutterhand) und arbeitenden Hand (Kindhand).

Shiatsu (jap. Finger-Druck) kann ruhig und sanft, aber auch dynamisch und kraftvoll sein. Entscheident sind neben dem jeweiligen energetischen Zustand die Bedürfnisse der Klient*Innen. Ziel ist es, ihnen durch achtsame, tiefgehende Berührungen zu helfen, Spannungen und Blockaden zu lösen und zur Tiefenentspannung mit gleichzeitig belebender Wirkung anzuregen, Stagnationen zu lösen, um Energie (wieder) in harmonischen Fluss zu bringen.

Shiatsu als ganzheitliche, energetische Körperarbeit ist für Menschen jeden Alters und in vielen Lebenssituationen geeignet. Im Fokus liegen persönliche Entwicklung und Gesundheitskompetenz der Nehmenden.

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